Familie Gottfried Bruckman

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Voßstraße 5

Diese Familie wohnte in einem Haus auf der Voßstraße  5. Dort betrieb sie eine Bäckerei. In der Reichskristallnacht wurde das Geschäft zerstört. Friedrich Bruckmann wurde inhaftiert und am 1m 17. 11.1938 ins KZ Dauchau aus dem er Anfang 1939 wieder entlassen wurde. Ende der 30ger Jahre musste die Bäckerei auch geschlossen werden, da sie nicht mehr mit Mehl beliefert werden durfte. 1939 musste er sein Haus verkaufen und zog in die Weezer Str. 29. Als ein befreundeter Bäcker namens Josef Lendemann, Fritz Bruckmann einstellte, wurde er von zwei bekannten SA-Männern angezeigt und auf allen Bekanntmachungstafeln der Stadt war der Spruch angeschlagen: „Willst du essen koschere Brötchen, geh zu Lendemann, diesem armen Knötchen.“ Das Geschäft der Bäckerei Lendemann ließ daraufhin stark nach, da sich niemand traute, dort einzukaufen. Inzwischen war der Bruder Arthur (Metzger) nach Amerika ausgewandert. Fritz und seine Frau sowie Schwester Jenny Bruckmann sind 1941 nach Riga deportiert worden.

Im Ghetto Riga arbeitete Fritz Bruckmann bei einem Arbeitstrupp, der im Zentralgefängnis kaserniert war. Diese Truppe hatte die Aufgabe im Hochwald von Riga Gräber auszuheben und diese später wieder zuzumachen. In diesem Hochwald wurde tausende Juden erschossen und vergraben. So wurde z.B. am 12. Februar 1942 aus dem Ghetto 1500 ältere und kranke Menschen im Hochwald umgebracht. Die Mitglieder dieser Arbeitstruppe starben fast alle den Hungerstod (siehe Bericht von Erna Valk). Später kam er ins litauische KZ Kaunas und am 2. August 1944 ins KZ Dachau, wo er am 5.12.1944 verstarb.

Weitere Textquellen

 

Nachname

Vorname

Geburtsort u. - datum

Gest., Ort

Straße

verheiratet

Kinder

Bemerkungen

BRUCKMANN

Friedrich

4.11.1899 Goch

5.12.1944 Dachau

Voßstr. 5

dann Weezer Str. 29

Rosa Trum

-

Bäcker,
deportiert nach Riga am 10.12.1941
Zunächst wurde sein Geschäft boykottiert. Nachdem man ihm kein Mehl lieferte, musste er sein Geschäft schließen. 1939 musste er sein Haus verkaufen und zog in die Weezer Str. 29.

  • 17.11.1938 bis Anfang 1939 KZ Dachau
  • Deportation am 11. 12.1941 ins Ghetto Riga
  • KZ Kaunas
  • ab 2.08.1944 KZ Dachau
  • 05.12.1944 verstorben in Dachau

k

BRUCKMANN geb. Trum

Rosa

31.3.1909
Odenheim

verschollen Stutthof

Voßstr. 5*

-
-

deportiert nach Riga am 10.12.1941
Ghetto Kowno, 1944 Stutthof Konzentrationslager

k

BRUCKMANN

Jenny

21.7.1902 Goch

verschollen Stutthof

Voßstr. 5

-
-

deportiert nach Riga am 10.12.1941

k

BRUCKMANN

Arthur

24.10.1905 Goch

gest. in Amerika

Voßstr. 5

-
-
emigrierte in die USA

e

Jenny Bruckmann
deportiert am 10.12.1941
verschollen im KZ Stutthof
Quelle: Goch, Bilder von Anno dazumal, 1880-1945,Band 2, S. 64

Arthur Bruckmann
emigrierte nach Amerika
Quelle: Goch, Bilder von Anno dazumal, 1880-1945,Band 2, S. 64


Gottfried Bruckmann

Karoline Bruckmann
geb. Oppenheimer Ehefrau von Gottfried Bruckmann

Regine Bruckmann
Schwester von Gottfried

* merkwürdiger weise ist im Buch der Erinnerung (s.u) Friedrich Bruckmann nicht unter den deportierten aufgeführt und als letzte Anschrift seiner Frau Rosa wird Krefeld genannt, obwohl sie definitiv aus Goch deportiert wurde.

 

Buch der Erinnerung, Die ins Balitkum deportierten deutschen, österreichischen und teschecheslowakischen Juden, bearb. von Wolfgang Scheffler und Diana Schulle, Band 1 u. 2, KG Saur, München 2003 (Düsseldorfer Deportation Riga 11.12.1941, Bd. 2, S. 698 - 721.

Dateiname: fbruckm.htm
Datum: 02.06.2005
Erstellt von: Ruth Warrener
Fotografien: Ruth Warrener